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21.03.2010 - We are back...
...from Oberammergau und einer Woche Hardcore-Training im Hotel Wolf.
Tja, was soll man darüber berichten, wo fängt man an?
Fangen wir mit dem Wetter an. Bei Anreise lagen die Temperaturen noch im Minusbereich, dazu lag Schnee und es kam noch mehr dazu. Dementsprechend fröstelten wir leise in den (fast nicht) geheizten Trainingshallen vor uns hin und waren erleichtert, als die Temperaturen zur Wochenmitte anstiegen und uns zwei sonnige, warme Tage zum Abschluss bescherten - T-Shirt-Wetter und Eis-Essen war angesagt.
Das Essen war nach einem umständebedingten eher schlechten Start ordentlich wie immer, wenn auch die Flexibilität in der Nachtisch-Gestaltung deutlich zu wünschen übrig ließ - ein Schnaps statt Desert war machbar, aber bitte nur eine Sorte für den Tisch und keine Extra-Wünsche. So musste ich auf meinen Baileys verzichten und sparte mir die Kalorien für das Desert einfach komplett weg. Hat auch was für sich, oder?
Unsere Gruppe bestand aus lauter Mini- und Midi-Hunden, es waren vorwiegend Terrier und Terrier-Mixe, allerdings hatten sich auch Bijou von Rudi und Evi, ein Berger, und die Shelties von Yvonne aus der Schweiz zu uns verirrt. Die Stimmung war trotzdem gut, auch unter den Hunden gab es keinerlei Probleme, lediglich Nelly (von Elke) und Bijou fochten ab Tag 2 ihren typisch weiblichen Kleinkrieg an der Leine aus - wenig ernst zu nehmen, es brachte die Umgebung eher zum Schmunzeln. Auch die abendliche Tischgesellschaft gestaltete sich ähnlich, zumindest zum Zocken und Schwätzen kamen Evi und Rudi an unseren Tisch und es machte einen Heidenspaß, wenn auch Philipp die meisten Cent-Stücke in seine Tasche wirtschaftete: "mein Schatz" hieß es nicht umsonst und den Spitznamen Gollum hat er wahrlich verdient.
Das Seminar selbst war wie immer ausgebucht, auch einige Anfänger hatten sich verirrt, die zugunsten der frühen Abreise von Philipp zu den WM-Qualis in den hohen Norden ihre Theorie zum Agility schon am Sonntagabend nach dem Essen hinter sich bringen mussten. Die Armen. Das Programm war weiter straff organisiert, statt einem freien Mittwoch-Nachmittag war der Freitag-Nachmittag frei und es wurde einiges an Zeit vorgeholt - durch längere Trainingseinheiten an den Tagen Montag bis Donnerstag. Unserer Meinung nach erhielt das Seminar dadurch eine leichte Hektik und die Qualität des Trainings ließ insofern nach, als dass Hund und besonders Mensch am Mittwoch einen deutlichen Einbruch in der Konzentration und Ausführung der Übungen zeigten. Nicht unbedingt zur Nachahmung zu empfehlen, das muss man einfach mal so sagen.
So kam es dazu, dass der Auftakt mit 2 Tagen bei Philipp, den wir nach immerhin fast 7 Monaten Trainingspause hinlegten, gar kein so schlechter war. Die Bauchlandung erfolgte dann am Mittwoch bei Thomas, als fast nichts mehr ging und gelang und sich das Gefühl breitmachte, dass Agility eher nicht die Sportart sein kann, mit der wir die nächsten Jahre verbringen wollen. Dementsprechend schlecht war die Stimmung auch beim Abendessen, fernab von den üblichen Zickereien machte sich eine leichte Depression breit und man beobachtete sogar einzelne Tränchen, die sich ihren Weg über das Gesicht bahnten.
Zum Glück ging es am Donnerstag wieder aufwärts, der Dicke hätte auch miese Stimmung und Verzweiflung von Frauchen nicht verdient, denn er lief aufmerksam, schnell und war motiviert - klar, Quitschie und Futter ziehen bei ihm immer ;o)
Freitag hatten wir dann unsere letzte Trainingsstunde, die wir dank der Schlecht-Leistung einiger Läufer deutlich überziehen durften, es wurde solange gefeilt, bis alles saß. Im Abschluss-Jumping unter Wettkampfbedingungen bekamen Spike und ich eine ausgesprochen gute Kritik von Thomas. Die Nerven halten und flattern nicht, der Hund läuft gut und motiviert, die Wege und die Wechsel passen, selbst die Kontaktzonen funktionieren, weil ich fast immer da bin, wo ich sein muss. Hausaufgabe ist nun die Linienführung, engeres Herumkommen um die Sprünge, knapperes Zirkeln. Und von Philipp bringen wir noch das Weg nach Hindernissen mit nach Hause.
Damit kann man doch nun wirklich leben, oder? Wir starten also frohgemut in die neue Saison und hoffen, dass der Trainingsbetrieb bald wieder anlaufen wird, denn mit 2 Sprüngen und 1 Slalom im Garten kann man sooo viel nun auch nicht üben.
Ein kleiner Beigeschmack fuhr aber mit uns nach Hause, denn es zeigt sich eine Entwicklung im Agility Sport, die vielleicht zeitgemäß ist und in unsere Gesellschaft passt, für die der eine oder andere aber vielleicht auch einen hohen Preis wird zahlen müssen. Nicht nur im Wettkampf muss man sich Vergleichen stellen, auch im Seminar hat Einzug gehalten, was dort nichts zu suchen haben sollte. Kritische Blicke verfolgen Hund und Führer, analysieren Art und Stand der Ausbildung in Verbindung mit dem Alter des Hundes und bewerten das Gesamtpaket. Sportlich ist nicht, wer seinen Hund gut und sauber führt, sportlich scheint zu sein, wessen Hund der Jüngste ist, der sich möglichst gut auf einem möglichst anspruchsvollen Parcours beweist. Der Trend geht zu "jünger, schneller, weiter", nicht ohne Auswirkungen auf das Klima - auch hier gibt es eine Art "Treibhaus-Effekt".
Bei Christiane Jantz (www.stormy-wights.de) habe ich einen Text gefunden, von dem ich mir mit ihrer Erlaubnis einen Teil "ausleihe" und ihn hier einstelle. Möge jeder, der mit seinem Hund trainiert, ihn in einem ruhigen Moment auf sich wirken lassen.
"Und wer mal soviel mit seinen Hunden gemeinsam erarbeitet hat, der weiss, dass der schönste Lohn für die vielen Stunden auf Hundeplätzen, Turnieren oder sonstwo gepaart mit dem permanenten Anspruch an sich selbst, besser zu werden, der ist, in die glänzenden Augen (s)eines Hundes zu sehen, der neben einem vor Erwartung auf das Kommende bebt. Niemand, ausser die Menschen, die es selbst erlebt haben, kann dieses Gefühl wirklich nachvollziehen, wenn das Adrenalin durch die Adern pumpt, weil alles perfekt war und Hund und Mensch sich fast blind verstehen - dann ist es fast wie Magie und auf einmal alles ganz leicht.
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Triebaufbau, Bindung, auch Kontrolle sind wichtig. Wie man dies erarbeitet, da führen viele Wege nach Rom. Wir arbeiten unsere und auch andere Hunde je nach Temperament und Veranlagung unterschiedlich und lassen uns viel einfallen, wenn nötig, um die Freude des Hundes an der Arbeit sehr hoch zu halten. Das ist nicht mit jedem Hund gleich einfach, wie oben erwähnt, bringen Hunde ja wie wir Menschen unterschiedliche Voraussetzungen mit.
…und laßt den Hund noch Hund sein, es sind Lebewesen mit Stärken und Schwächen, guten und schlechten Tagen, nicht alles lässt sich planen, nur wenige “Karrieren” laufen stringend durch.
Wichtig ist, und das sei das Schlusswort: Hund und Mensch sollen ein Team werden und bilden und das braucht Zeit, aber wenn dieses Gefühl wächst, dann wird man spätestens zum Junkie, denn das macht süchtig: der strahlende Pimpf neben einem, der vor Erwartung bebt und mit dem man gemeinsam ein Ziel erreicht. Und dann ist auch Agility FUN – aber davor steht viel, viel Arbeit."
In diesem Sinne zitiere ich gerne Sybille Vogt, die ebenfalls seit einiger Zeit einen Fleckenzwerg ausbildet."
The real joy is in the Privilege and Ability to step to the start line with YOUR dog by YOUR side - not crossing the finish line victorious over others.
(Gail Storm)
Die wahre Freude besteht darin mit einem Hund, der dein Partner ist, an den Start zu gehen und NICHT andere besiegend die Ziellinie zu überqueren. -sinngemäß-
Und zum Abschluss noch ein paar Pics, die bei einem Zwischenstop auf dem Heimweg entstanden sind. In der Halle beim Training gelangen leider keine Schüsse, die Lichtverhältnisse sind für meine Kamera einfach zu schlecht.










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