Nachdem die ersten Welpen uns vor 2 Wochen verlassen haben, während Mimilotta noch hier bei uns weilt, ist es sehr interessant, die unterschiedliche Entwicklung der Kleinen verfolgen zu können.
Damit meinen wir nicht die Optik, da denkt man sowieso schon nach einem Tag, das ist ein ganz anderer Hund als der, der uns gestern früh verlassen hat. Klar wachsen sie, kriegen Bärtchen, haben einen anderen Ausdruck, zwischendurch mal sehr lange Beine und wackelige Ohren - völlig normal.
Nein, hier geht es mehr um die Entwicklung im Verhalten und gegenüber der Bezugsperson Mensch - sehr interessant und ein dankbares Thema für Feldstudien zur Rudel- oder Einzelhundhaltung (wir schicken einen lieben Gruß zu Claudia, die sich bereits mit dem Thema in ihrem Buch beschäftigt hat).
In unserer Welpenstunde finden sich derzeit 3 kleine Terrier-Damen, die alle den gleichen Vater haben. Lola und Mimi sind 10 Wochen alt, Brezel ist nun schon etwas größer mit ihren 17 Wochen. Lola ist Einzelhund, Brezel ist Zweithund und Mimi ist Rudelhund.
Während Lola also daheim nur den Sozialpartner Mensch zum Spielen hat und sich Brezel mit einer mürrischen Leonie abplagen muss, die nur dann und nur so spielt, wie es ihr passt, genießt Mimi hier die Komfort-Variante mit Spielpartner Modell Mama und Spielpartner Modell große Schwester. Schon jetzt können wir sehen, dass sich besonders Lola sehr für das Spiel mit anderen Hunden interessiert, Brezel auch, während Mimi daran nicht viel Interesse zeigt. Auch das Spieli, mit dem Mensch wedelt, lässt sie im Gegensatz zu ihren (Halb-)Schwestern eher kalt.
Dagegen ist die Ressource Futter für Mimi sehr hoch belegt, auch Brezel ist eher als verfressen zu bezeichnen. Die Aufmerksamkeit ihres Menschen zu haben, liegt ebenso hoch in der Gunst - sonst muss man ja doch in mehr oder weniger hohem Maße teilen. Lola findet das nett, aber mehr net, daheim gibt es keine Konkurrenz, nur ein Frauchen und ein großes und ein kleines Herrchen, es ist also von allem genug da.
Unterschiede in der Entwicklung und in den Interessen sind also vorprogrammiert und schon allein durch die Haltungs- und Lebensunterschiede bedingt, nicht immer liegt es daran, dass es "der eine besser als der andere kann". Wenn man das einplant in das Erziehungsprogramm und versucht, auf die vermeintlichen Defizite ein Auge zu haben, kann trotzdem wenig schiefgehen. Auch ein Rudelhund braucht Kontakt zu rudelfremden Hunden - so wie ein Einzelhund sich bestimmter Dinge nicht zu sicher sein darf.
Da grundsätzlich aber ein Terrier keiner ist, waren wir im Anschluss noch schön Gassi - immerhin 7 Terrier im Freiflug. Und weil es so schön war, ist für Ostern wieder ein Terrier-Walk geplant im Kreis der lieben Terrier-Knalltüten :o)